Luftaufnahme Nackenheim Foto: privat

    Über Nackenheim

    Foto: privat
    Gemeinde:                   Nackenheim
    Verbandsgemeinde:   Bodenheim 

    Bundesland:                Rheinland-Pfalz

    Landkreis:                    Mainz-Bingen

    Postleitzahl:                 55299
    Vorwahl:                       06135
    Kfz-Kennzeichen:        MZ, BIN

    Höhe:                           84 m ü. NHN
    Fläche:                         8,62 km²
    Einwohner:                  5798 (31. Dez. 2015)
    Bevölkerungsdichte:   673 Einwohner je km²

     


    Brunnenfest 2016 Foto privat


    Kurzprofil

    Nackenheim ist eine idyllisch zwischen Rebhügeln und dem Rhein gelegene Gemeinde, deren Weinberge vor mehr als 1.200 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurden. Der Dichter und Dramatiker Carl Zuckmayer wurde 1896 hier geboren. In seinem Stück "Der fröhliche Weinberg" hat er seiner Heimat ein bleibendes Denkmal gesetzt.



    Verkehrsanbindung

    14 km südlich von Mainz, über die B 9 vierspurig an das Autobahnnetz angebunden, Bahnstrecke Mainz-Worms mit Taktverkehr. Ein Landesteg am Rheinufer ermöglicht das Anlanden von Passagierschiffen aller Größe. Radwege verbinden Nackenheim mit Bodenheim, Mainz, Nierstein und Lörzweiler.


    Geschichte der Gemeinde Nackenheim

    Rheinhessen ist altes Siedlungsland. Auch in der Nackenheimer Gemarkung findet man Spuren von Dorfstrukturen aus vorgeschichtlicher Zeit. Im Nackenheimer Ortsmuseum sind einige interessante Fundstücke hiervon zu sehen.

    Zur Zeit der Römer stand eine Villa Rustica am Oberlauf des Eichelsbachs. Die relativ regelmäßige Gemarkungsabgrenzung in Form eines verschobenen Rechtecks könnte auf damalige Grenzziehungen zurückgehen. Die Römerstraße zwischen Mainz und Worms verlief dort, wo heute die Gemarkungsgrenze zu Lörzweiler ist.

    Nachdem das römische Reich die Kontrolle über das linke Rheinufer verloren hatte, übernahmen die Franken hier die Herrschaft. Das fränkische Dorf wurde irgendwann zwischen den Jahren 400 und 600 errichtet. Die Häuser standen entlang der Weinbergstraße, etwa vom heutigen Carl-Zuckmayer-Platz bis zur Christine-Darmstadt-Straße. Gegenüber dieser Häuserzeile floss der Eichelsbach, der dort, wo heute der Spielplatz ist, zu einem Dorfteich aufgestaut war.

    Die erste urkundliche Erwähnung verdanken wir dem Kloster Lorch, dem die Nackenheimer Edelleute Teudald und Runtrud einen Weinberg in der Gemarkung „Nacheim“ schenkten. Der Gemeindename wird heute aufgrund seiner Lage unterhalb des Rothenbergs als „Dorf im Nacken des Berges“ gedeutet.

    Nackenheim gehörte damals zum Bistum Köln. Damit erklärt sich auch, warum der Heilige Gereon der Patron der Kirche ist. Gereon war ein römischer Soldat, der in Köln als Märtyrer starb. Die über seinem Grab in Köln errichtete Kirche hat noch antike Bausubstanz und gehört damit zu den ältesten der Christenheit. Dass die Nackenheimer Kirche außerhalb des Dorfes weithin sichtbar auf dem Hügel steht, ist für Kirchen aus dem frühen Mittelalter typisch. Der heutige Kirchenbau wurde 1716 bis 1731 errichtet und 1901 erweitert. Der Turm stammt von 1911.

    Im Jahre 1258 kam Nackenheim zum Erzbistum Mainz und dem dort ansässigen Stift St. Stephan. Die Grenze zur Kurpfalz verlief etwa dort, wo heute die Jahnstraße ist. Dies blieb so bis zum Ende des Kurfüstentums Mainz. Bei der französischen Besetzung im Herbst 1792 fielen die Nackenheimer dadurch auf, dass sie einen Freiheitsbaum pflanzten und die kurzlebige Mainzer Republik unterstützen. Von 1797 bis 1814 gehörte Nackenheim zu Frankreich.

    Der Wiener Kongress schuf die Provinz Rheinhessen als Bestandteil des Großherzogtums Darmstadt. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie zwischen Mainz und Worms im Jahr 1850 begann auch in Nackenheim eine Zeit des ständigen Wachstums. Die Einwohnerzahl stieg von damals 1.500 auf heute 5.800 Einwohner.

    Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Land Rheinland-Pfalz gegründet, zu dem Nackenheim seitdem gehört. Mit der Schaffung der Verbandsgemeinde Bodenheim ist seit 1972 die Verwaltung für Nackenheim in dieser Nachbargemeinde ansässig.