Carl Zuckmayer Halle Ansicht von der Lörzweiler Straße

    Entstehungsgeschichte Carl-Zuckmayer Halle


    Entstehungsgeschichte 

    Seit 1927 stand in Nackenheim mit dem Saalbau zum Schiff ein privater Saal für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung. Der Eigentümer dieses Saales wollte Mitte der 80er Jahre die Bewirtschaftung aufgeben. Er bot der Gemeinde den Saal und die Gaststätte zur Pacht an. Als Alternative war gleichzeitig im Gespräch, die vorgesehene neue Sporthalle der Hauptschule mit finanzieller Beteiligung der Gemeinde Nackenheim so zu gestalten und auszustatten, dass sie als Mehrzweckhalle genutzt werden konnte. 

    Nach kontroverser Diskussion entschied sich 1985 der Gemeinderat dafür, den Saal und die dazugehörige Gaststätte durch die Gemeinde zu pachten. Die Gemeinde Nackenheim beteiligte sich zwar finanziell am Bau der neuen Sporthalle, jedoch lediglich zu dem Zweck, dass diese größer als nach den Schulbaurichtlinien üblich gebaut und mit einer Empore ausgestattet wurde. Räume für Mehrzwecknutzung, insbesondere eine Küche, zusätzliche Toiletten und Lagerräume wurden nicht eingeplant. Die Diskussion über den Zustand des Saalbaues zum Schiff und dessen Zukunft war damit lediglich vertagt.
     
    Nachdem die Gemeinde mehr als ein Jahrzehnt den Saalbau genutzt hatte wurde klar, dass der Pachtvertrag im Mai 2002 endgültig enden werde. Nun galt es, eine Konzeption für die Zeit danach zu erarbeiten. Der Gemeinderat gab deshalb am 7. Dezember 1999 eine vergleichende Untersuchung in Auftrag. Diese sollte den Erwerb und Umbau des Saalbaues zum Schiff sowie den Neubau einer Halle untersuchen. Parallel dazu trat ein Ingenieurbüro an die Gemeinde heran mit dem Plan, anstelle der jetzigen Ringerhalle den Neubau einer kombinierten Halle zu errichten. 

    Sorgfältige Vorbereitung 
    Am 30. März 2000 wurden dem Bauausschuss der Gemeinde durch den Architekten Martin Bonn je zwei Entwürfe für den Umbau sowie den Neubau vorgestellt. Gleichzeitig stellte Herr Rüdiger Conradi das Projekt „Ersatzbau für die Ringerhalle“ vor. Weitere Beratungen erfolgten im Bauausschuss am 9. Mai und im Haupt- und Finanzausschuss am 4. April und
    16. Mai 2000.
     
    Die Vereine wurden zu einem Treffen für den 12. April 2000 eingeladen. Dabei erfolgte erneut die Vorstellung der verschiedenen Projekte. Einem Neubau außerhalb der Wohnbebauung (entweder an der Hohl oder innerhalb des künftigen Gewerbegebietes) stand auch das Konzept eines Neubaues an der Stelle der jetzigen Halle des Sportvereines Alemannia (Ringerhalle) gegenüber. Gegen diesen Standort gab es wegen der Nähe zur Wohnbebauung erhebliche Bedenken. Auch eine Erweiterung der Sporthalle an der Janusz-Korczak-Schule durch den Anbau von Nebenräumen war in der Diskussion. Die Aussprache ergab ein eindeutiges Votum für den Neubau einer reinen Veranstaltungshalle mit ca. 500 Sitzplätzen auf dem Gelände an der Hohl.
     
    Die Grundsatzentscheidung kam für die Sitzung am 23. Mai 2000 auf die Tagesordnung des Gemeinderates. Nach Erläuterung des Sachverhaltes gab Bürgermeister Bardo Kraus gegenüber dem Gemeinderat folgende Empfehlung ab: 
    „Der Ankauf und Umbau des Saalbaues zum Schiff wird meines Erachtens nur zu einem unzulänglichen Ergebnis führen. Die Kapazität des Saales ist nicht zu steigern, die Parkplätze fehlen nach wie vor, die Nutzung des Gebäudes ist aufgrund der fehlenden Abstände zur Wohnbebauung sehr eingeschränkt.
     
    Das Projekt Ringerhalle stellt eine kombinierte Halle dar. Dies ist zwar von der Rentabilität her sinnvoll, schränkt jedoch die kulturelle Nutzung ein. Das Problem der Nähe zur Wohnbebauung besteht auch dort. Von daher schlage ich die Grundsatzentscheidung für den Neubau an der Hohl vor.“ Das Konzept sah vor, an der Lörzweiler Straße, Gemarkungsteil An der Hohl eine Veranstaltungshalle mit ca. 500 Sitzplätzen und einem geschätzten Kostenvolumen von 8,5 Millionen DM zu errichten. Für dieses Konzept sprachen sich 18 Ratsmitglieder aus, ein Mitglied stimmte mit Nein. 
    Am 15. Mai 2001 vergab der Gemeinderat durch einstimmigen Beschluss den konkreten Planungsauftrag an das Ingenieurbüro "bott-plan" aus Guldental. Der Planentwurf wurde den Ortsvereinen sodann am 17. Mai 2001 vorgestellt. Die in dieser Besprechung vorgetragenen Anregungen wurden vom Bausschuss am 28. Mai 2001 beraten. Nach umfangreichen weiteren Beratungen stimmt der Gemeinderat am 20. März 2002 der fertigen Planung zu. 
    Ein Landeszuschuss aus Mitteln des Investitionsstockes wurde am 6. Mai 2002 in Höhe von 1,18 Mio Euro bewilligt. Parallel erfolgte die Aufstellung eines Bebauungsplanes mit der Bezeichnung „An der Hohl“. Neben der Veranstaltungshalle sieht dieser Plan auch die Errichtung von Gebäuden für den Bauhof der Gemeinde vor. Im Bebauungsplanverfahren stellte sich heraus, dass die Grenze des regionalen Grünzuges, der sich aufgrund der Festsetzung im Regionalen Raumordnungsplan rund um die Nackenheimer Ortslage zieht, den Standort der Halle mit umfasste. Von daher war eine Befreiung von dieser Festsetzung erforderlich.
     
    Infolge eines kurz zuvor in einem ähnlichen Fall ergangenen Grundsatzurteils konnte nur der Minister des Innern und für Sport diese Befreiung erteilen. Das Verfahren hierfür wurde im zweiten Halbjahr 2002 durchgeführt und verzögerte den Baubeginn um ein halbes Jahr. Die öffentliche Ausschreibung der Bauarbeiten konnte endlich im Februar 2003 erfolgen.